Lichter gegen Terror 11.12.11
Auch Innenminister Friedrich reiht sich am "Tag der Menschenrechte" in die Kette jener ein, die der Opfer rechter Gewalt gedenken. Das Wunsiedler Bündnis fordert eine vollständige Aufklärung der brutalen Morde.

Wunsiedel
- Frei von Furcht in Deutschland leben - dafür sind am Samstag über 100 Menschen auf dem Wunsiedler Jean-Paul-Platz zusammengekommen, um eine Lichterkette zu bilden. Sie gedachten hier der Opfer rechter Gewalt, traten ein für eine Welt ohne Rassismus und Diskriminierung. Mit einer Kerze in der Hand reihten sich auch Deutschlands Innenminister Hans-Peter Friedrich und Europa-Abgeordnete Monika Hohlmeier ein.

Als eine "noble Geste und guten Stil" wertete Karl Rost, Sprecher des Wunsiedler Bündnisses gegen Rechtsextremismus, dass der Bundesinnenminister an der Gedenkveranstaltung teilnahm. Und für Friedrich war es "gar keine Frage, sich in die Lichterkette einzureihen", zumal er gerade in der Region zu einer Tagung war. "Es ist wichtig, dass sich die jungen Leute zur Demokratie bekennen", meinte er im Gespräch mit der Frankenpost. "Diese Generation hat den Holocaust nicht miterlebt und muss lernen und begreifen, wie wichtig Demokratie ist", dankte er den Jugendlichen, die kurz zuvor Auszüge aus der "Erklärung der Menschenrechte" in Deutsch, Türkisch und Russisch verlesen hatten.

"Freiheit und Toleranz sind die Kennzeichen der Demokratie", verdeutlichte Wunsiedels Bürgermeister Karl-Willi Beck. Es sei unvorstellbar, dass durch Rechtsterroristen zehn Menschen in Deutschland sterben mussten. "Wir in Wunsiedel haben uns entschieden, hinzuschauen statt wegzuschauen." Während die Menschen mit Lichtern der Opfer gedachten, die brutal und kaltblütig von menschenfeindlichen Rechtsextremisten umgebracht worden sind, beklagte Arno Speiser vom Wunsiedler Bündnis: "Wir sind beschämt, dass unser Staat ihnen keinen Schutz vor diesen terroristischen Verbrechen geboten hat. Wir fordern, die Morde vollständig aufzuklären und die Rolle deutscher Sicherheitsbehörden schonungslos offenzulegen." Das sei man den Opfern und ihren Familien und Freunden schuldig.

Mit der Lichterkette wolle man signalisieren, dass die Menschen einstehen für ein Deutschland, in dem alle ohne Angst verschieden sein und sich sicher fühlen könnten. "Ein Land, in dem Freiheit und Respekt, Vielfalt und Weltoffenheit lebendig sind. Die Würde des Menschen ist unantastbar - so steht es in unserem Grundgesetz."

Alle seien gefordert zu handeln, betonte Arno Speiser, und zwar überall dort, wo Rechtsextreme versuchten, gesellschaftlichen Boden zu gewinnen. "Wir müssen nicht nur Einzeltäter, sondern die Netzwerke und Strukturen des Rechtsextremismus in den Blick nehmen." Der Kampf gegen Rechtsextremismus müsse wieder zu einer zentralen Aufgabe aller demokratischen Kräfte werden, forderte Speiser.

von Frankenpost
Foto: Florian Miedl

[zurück zur Übersicht]


Impressum/Kontakt
 

Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert.

Bitte besucht uns bei



[ zum Profil ]



oder bei



[ zum Profil ]