Gedenken an Bücherverbrennung 13.05.13
Am 10. Mai vor 80 Jahren lässt das Nazi-Regime in Berlin die Werke von rund 130 meist jüdischen Autoren verbrennen. Eine Ausstellung in der Wunsiedler Stadtbibliothek erinnert bis Ende Mai daran.

Wunsiedel - An einen der dunkelsten Tage deutscher Vorkriegsgeschichte erinnert eine Ausstellung in der Stadtbibliothek, die dritte Bürgermeisterin Margit Widenmayer zum Tag des Buches eröffnet hat.

Der Tag erinnert an den 10. Mai 1933, als die Neonazis in Berlin bei der "Aktion wider den undeutschen Geist" die Werke von 130 Autoren verbrannten. Arno Speiser, Betreuer der Jugendinitiative gegen Rechtsextremismus Wunsiedel, begrüßte in der Stadtbibliothek, Schülerinnen Schüler und Lehrer der Sigmund-Wann-Realschule, des Luisenburg-Gymnasiums und der Wirtschaftsschule sowie Nanne Wienands vom "Verein der Verfolgten des Naziregimes und dem Bund der Antifaschisten" sowie Udo Benker-Wienands, der der Bibliothek zahlreiche originale Bücher aus jener Zeit - darunter eine Erstausgabe von Thomas Mann - zur Verfügung stellte. "Die Bücherverbrennung ist bis heute unbegreiflich", sagte Speiser. Damit so etwas nicht wieder geschehe, sei das Gedenken daran unerlässlich. Neben den ausgestellten Werken zeigt die Ausstellung auch aktuelle Bücher zum Thema Rechtsextremismus, eine kleine Leseecke lädt bis Ende Mai Interessierte dazu ein, sich darin zu informieren. "Feuersprüche", die "Zwölf Thesen wider den undeutschen Geist" und der Artikel "Wertvolle Richtlinien - Neugestaltung der Büchereien" vom 6. Mai 1933 aus dem "Völkischen Boten" ergänzen die Ausstellung. Für die weiterführenden Schulen in Wunsiedel gab es als Geschenke einige Bücher, die sich unter anderem mit rechtsextremen Tendenzen in der Hooliganszene und politisch aktiven Frauen in der rechtsextremen Szene befassen. "Ich hoffe diese Bücher werden genutzt", gab Speiser den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg.

Nanne Wienands erinnerte an den Tag vor 80 Jahren, indem sie den Protestbrief "Verbrennt mich" von Oskar Maria Graf verlas. Der 1934 ausgebürgerte Graf stand ursprünglich auf der "Weißen Liste", seine Werke wurden schließlich "nachträglich" 1934 verbrannt.

von Christian Schilling, Frankenpost.de

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