Holzkreuze erinnern an Todesmärsche 12.11.11
Die Initiativen gegen Rechtsextremismus gedenken am Sonntag der Opfer des Nazi-Regimes. Sie setzen auch ein Zeichen gegen eine Veranstaltung der NPD.

Wunsiedel - Wenn am morgigen Sonntag die Kirchen, die Stadt und die Initiativen gegen Rechtsextremismus an die Opfer der Todesmärsche erinnern, gibt es eine kleine Terminverschiebung. Darauf weist der evangelische Pfarrer Jürgen Schödel hin. Wegen der vielen sonstigen Veranstaltungen am Volkstrauertag findet das ursprünglich für 12.30 Uhr geplante ökumenische Friedensgebet erst um 13.30 Uhr direkt vor der Friedhofsmauer in der Egerstraße statt. Im Zusammenhang mit der Kundgebung "Wir gedenken der Opfer und nicht der Täter" wollen die Teilnehmer in einer kurzen, schlichten Form der Menschen gedenken, die Opfer von rechtsextremer Gewalt geworden sind. Außerdem planen die Veranstalter zusammen mit der "Jugendinitiative gegen Rechtsextremismus" an der Marschroute der Neo-Nazis, die am Sonntag nach Wunsiedel kommen wollen, ein deutlich sichtbares Zeichen des Protestes: Vor dem Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde (gegenüber dem Gebäude der AOK) werden Bilder des NS-Terrors angebracht und Holzkreuze aufgestellt, die an die vielen Opfer rechtsextremer Gewalt in jüngster Zeit erinnern. Diese Aktion steht unter dem Motto: "Denn sie sollen wissen, was sie tun."

Um 14 Uhr beginnt eine Feierstunde auf dem Wunsiedler Friedhof. Karl Freller, der Direktor der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten, wird zwei Gedenktafeln enthüllen, die an die Opfer der Todesmärsche erinnern. Auf dem Wunsiedler Friedhof sind seit dem 31. August 1945 30 jüdische KZ-Opfer beerdigt, die kurz vor Kriegsende im Zeitelmoos ermordet und dort verscharrt worden waren. "Wir wollen mit diesen Tafeln einen Beitrag dazu leisten, dass das Schicksal dieser Menschen nicht in Vergessenheit gerät", teilt die Bürgerinitiative "Wunsiedel ist bunt" mit.

von Frankenpost
Foto: Manuel Riedl

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